Ausgerichtet von Solomon

Johnny Than

Waldgeflüster. Waldgewisper. Waldgezwitscher.
Der Wald regt sich. Langsam, wie Wälder so sind.
Aber er regt sich. Etwas hat sich verändert.

Noch leben die Zweibeiner friedlich in ihren Hütten.
Ohne Unterlass dabei, sich und die Natur zu zerstören.
Zweibeinvergiftung. Zweibeinzerstörung. Zweibeinfeind.

Früher waren Sie Freunde.
Jetzt gibt der Wald die Freundschaft auf.
Muss sie aufgeben, muss in den letzten Kampf.

Etwas regt sich im Wald. Hört hin.

Edith Mair 💙💛

Sieh nicht hinab, das macht dich traurig.

Ich BIN traurig! Die Menschen haben uns den Zugang zum Wasser versperrt, jetzt kommen sie näher! Sie töten unsere Tiere und Bäume!

Komm, wir verzaubern wieder ein paar! Machen wir sie schreien und wirres Zeug brabbeln?

Gute Idee! Das Grauen soll sie packen! Und die anderen sollen in Ungewissheit leben.

Wieviele diesmal? Zehn?

Besser Hundert!

Die Gier wird ihr Untergang sein.

Wenn sie nur unserem Wald fernbleiben!

Serenityfreaksout🧩

„Ach kuck, Zivilisation!“

Eine ganze Woche lang war sie im Wald unterwegs gewesen, hatte die ausgewiesenen Übernachtungsplätze genutzt und die Ruhe zwischen Bäumen und Himmel genossen. Mehr gelauscht als gedacht, die Zeit wurde von Stunde zu Stunde immer unwichtiger. Eine Ahnung von Freiheit.
Sollte das Abenteuer jetzt schon enden?

„Eine Woche Urlaub hab ich ja noch.“

Die dunklen Zweige schlugen hinter ihr zusammen und die Stille hatte sie wieder.

Tanja Wawuschel

Jolande traute sich seit Jahren nur noch, aus der Ferne auf die Stadt zu schauen, in der sie aufgewachsen war.
Sie war vor geraumer Zeit aus dem Ort vertrieben worden, als sie den Sohn des Bürgermeisters, dem sie durch ihren Vater versprochen worden war, auf dem Standesamt stehen ließ.
Jolande wollte nämlich ihrem Herzen folgen und mit Rosalia zusammen sein. Das ist sie auch.
Heute wollen die beiden dem Ort beim Spaziergang ihr gemeinsames Glück zeigen. Endlich.

Xela

Ein letzter Blick ins Tal. Ein zufriedenes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.
Wie jeden Mai waren sie auf dem Weg zur Alm. Perfektes Wetter und die Ziegen wirkten unternehmungslustig. Er freute sich auf die Stille in der Berghütte, die vertraute tägliche Routine, sogar auf die harte Arbeit. Ganz besonders aber darauf, dass er dem Irrsinn des modernen Lebens für viele Wochen entfliehen konnte. Nun aber weiter, dem Gebimmel und Gemecker hinterher.

Penelope

Aufbruch, ja Flucht,
in eine neue Stadt.
Ein neues Leben.

Der Weg, allein,
zu Fuß durch den Wald.
Nur nicht aufgeben.

Ohne Pfade gelaufen
auf Lichtungen geträumt
In Baumhöhlen geschlafen
– einfach Leben gelebt –
Nichts versäumt.

Beeren, Blätter und Wurzeln verzehrt.
Der Wald hat mich genährt.

Und jetzt bin ich da.
Die Stadt.
Was wollte ich dort.

Der Wald.
So schön.
Er ist mein Hort.

o/1MS\o ⌨️🐧 | #⁣WeAreNatenom

Er blickte herab, auf den Ort, in welchem er lange Zeit gelebt hatte.
Nächstes Jahr wären seit dem grossen Hochwasser 20 Jahre vergangen.
Vieles war wieder aufgebaut worden.
Doch er konnte nicht verstehen, warum trotz Klimawandels viele ihre Häuser wieder so nah am Fluss gebaut hatten.
Hatten sie denn nichts vom letzten Mal gelernt?
Mussten denn immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden?
Seufzend drehte er sich um und ging weiter in den Wald hinein.

Cord Gudegast

„Die Analyse des Bildes ist durch. Unsere Experten haben herausgefunden, wo es aufgenommen wurde.“
„Super, Jack. Wo denn?“, fragte Jimmy mit gedehnter Stimme und drehte seinen Schreibtischstuhl betont langsam zu seinem Kollegen um.
„Überraschung: Das Bild wurde in Rangley, Maine aufgenommen.“
Charly unterbrach ihn. „Rangley? Das sind ja gerade mal 65 Meilen bis zu meiner Heimatstadt.“
Sie entschloss sich, die Chefkarte zu spielen. „Ich fahre.“

Fediverse Reactions

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