Ausgerichtet von Klaus
Edith Mair 💙💛
Hier trafen wie uns täglich. Mein Herz hüpfte, wenn ich dich kommen sah.
Heiße Küsse im Seewind.
Zärtlichkeiten im Duft der Wildblumen.
Dein Lächeln in der Abendsonne.
Wir liebten einander so sehr!
Vater konnte uns hier nicht sehen und die Fischer am Meer verrieten uns nicht.
Eines Tages musstest du fort. Versprachst mir, wiederzukommen.
Was mag aus dir geworden sein? Dein Bild habe ich noch aufbewahrt. Mittlerweile ist es verblasst. Wie die Erinnerung an dich.
fraujessica
einst gekauft in erwartung einer zukunft, die nicht kam. ein sommerhaus mit drei garagen. für loiques porsche, jorelles volvo und vielleicht für einen golf des nachwuchs. jorelle hatte die tore bemalt, als loique die terasse gebaut hatte. doch es kam kein nachwuchs, jorelle ist gegangen und loique schafft nicht einmal mehr den weg zur garage. doch dieses sommerhaus ist sein zuhause. seine zweite friesische haut.
Penelope
Ich war schon immer nützlich.
Nährend, beschützend, schön anzusehen …
Auch jetzt bin ich nützlich.
Aber ich wünschte, man würde mir in meinem Alter etwas mehr Respekt erweisen.
Zugegeben, so eine tolle Aussicht hatte ich noch nie.
Aber die Meeresbrise schadet meinem Teint und geht an meine Substanz.
Und der ständige Druck in meinem Rücken. Es tut so weh und ich bin müde. So müde. Ich glaube, ich lege mich jetzt hin.
Scherben bringen Glück.
Sylvia Borin
Ich war schon immer nützlich.
Nährend, beschützend, schön anzusehen …
Auch jetzt bin ich nützlich.
Aber ich wünschte, man würde mir in meinem Alter etwas mehr Respekt erweisen.
Zugegeben, so eine tolle Aussicht hatte ich noch nie.
Aber die Meeresbrise schadet meinem Teint und geht an meine Substanz.
Und der ständige Druck in meinem Rücken. Es tut so weh und ich bin müde. So müde. Ich glaube, ich lege mich jetzt hin.
Scherben bringen Glück.
FlexMorkis
„Hallo? Hallo? Kann mich jemand hören? Irgendwie geht das Garagentor nicht richtig auf. Hallo? Es ist als würde da irgendwas davor stehen… das muss doch… vielleicht mit Schwung? Aua! Hallo!!! Dieses verdammte Ding. Jetzt verpasse ich bestimmt Tatort… Hallo? Kann mir irgendwer helfen? Ich bekomme das Tor nicht auf und müsste mal ganz dringend groß!“
fin 🦣
Ein kalter Blick hinauf zum Fenster, das klapprige Rad aus der Garage. Die Küste entlang bis zur Fähre. Nicht auf’s Festland, wieder nur in die Kneipe mit den schlammblauen Wänden und den ungesunden Getränken.
Wein ist mein Reim auf Schmerz.
Steht das da wirklich?
Kein Meerblick wie im Drehbuch, stattdessen eine Fahrt vom Garagenmeer aufs Haus. Da steht Heinz Rudolf Kunze am Fenster. Ernster Blick. Ein guter Ort.
daftwullie
Langsam, einer nach dem Anderen, schlichen sie sich davon. Manche verstohlen pfeifend, andere duckten sich bei jeder Gelegenheit. Er wusste, dass nun der gefährlichste Teil des Treffens bevorstand.
Das alte Garagentor quietschte erbärmlich als er es ganz behutsam schloss. Ganz zu ging es nie, daher war der Ort für ihren Club ideal. Niemand konnte sie ausschließen.
Ein Gedanke lies ihn erschaudern: Woher kamen immer Limo und Kekse? Die Eltern wussten doch von nichts!
Katja
Ich stehe vor der Garage, atme den vertrauten, rostig-erdigen Geruch ein und lächle. Meine ersten Wörter kritzelte ich darin auf fleckiges Papier. Früher konnte ich sie von innen verschließen und wurde von außen unsichtbar. Jetzt wirkt das Tor, als wolle es sich ganz öffnen, um all die gefangenen Geschichten hinauszulassen. Vorsichtig rücke ich den Topf beiseite, während mich die Fenster des Kapitänshauses vorwurfsvoll mustern.
Tanja Wawuschel
Seit sie vor 6 Monaten das Haus am Meer gekauft hatten fragten sie sich, weshalb sie der Makler gewarnt hatte, die von außen versperrte Garage zu öffnen.
Sollten sie auf den Makler hören?
Sollten sie die Garage öffnen?
…………..
2 Jahre später.
…………..
Nach der Unterschrift unter die Scheidungspapiere, Grund waren unüberwindliche Differenzen über die Öffnungsfrage, erfuhren sie, dass ebendiese als Stresstest für die Beziehung inszeniert worden war.
Anya Karl
Seit sie vor 6 Monaten das Haus am Meer gekauft hatten fragten sie sich, weshalb sie der Makler gewarnt hatte, die von außen versperrte Garage zu öffnen.
Sollten sie auf den Makler hören?
Sollten sie die Garage öffnen?
…………..
2 Jahre später.
…………..
Nach der Unterschrift unter die Scheidungspapiere, Grund waren unüberwindliche Differenzen über die Öffnungsfrage, erfuhren sie, dass ebendiese als Stresstest für die Beziehung inszeniert worden war.
o/1MS\o ⌨️🐧 | # WeAreNatenom
Was war das für eine Plackerei gewesen, die Tore zu bemalen.
Das war jetzt einige Jahre her und die Farbe könnte mal wieder eine Auffrischung vertragen.
Er hatte sich schon überlegt, ob er bei der Gelegenheit auch auf die aktuellen Änderungen in der Fauna eingehen sollte.
So ein Wal würde sich vielleicht ganz gut machen.
Aber womöglich würden die Garagen dann zum Walfahrtsort der Schwurbelszene?
Er brauchte wohl noch etwas Zeit zum Nachdenken.
Mike G. Hyrm
weinberge
hut
getrieben
ineinander
zum
heulen
verbeult
bestimmt
besteht
stahl
bleich
gleich
blech
eimer
kunst
gelb
stofflich
schaut
thronend
betont
drüber
hervor
was
wissen
scheint
isso
besser
befunden
u880d
An einer Garagenzeile hängt ein Aushang hinter einem alten Glaskasten:
“Der Gemeinderat von Hohen Lüttenbrink gibt bekannt:
– Proberaum am Alten Fährhaus sofort zu vermieten.
– Besichtigung nur nach Voranmeldung im Gemeindehaus möglich.
– Miete beträgt 170,- DM (kalt).
! Nazis müssen draussen bleiben.
Hohen Lüttenbrink, 27.04.1988″
Mina
Ein jedes Jahr am Mittsommertag verlangt die See ihren Tribut, auf dass sie im folgenden Jahr nicht das Dorf hinterm Deich mit Mann und Maus verschlänge.
So wussten es die Alten und lernten es die Jungen.
Einst Schiffbrüchige, Diebe oder Alte, die das Leben schon fast verlassen hatte, nahm man jetzt Touristen, meist erfolglose Schriftsteller, welche hier auf Eingebung hofften.
Ihre Habseligkeiten verschwanden hinter dem Grau der Garagentore.
Cord Gudegast
„Meinst du, wir sollten hier parken?“
„Ach, was! Die Garagen werden nicht benutzt. Vor der einen steht ein Blumenkübel, und verbeult sind sie auch. Da wird uns kein herausschießendes Batmobile überraschen.“
Bodhi brummte. „Wahrscheinlich nicht, Comfort. Wahrscheinlich.“
„Die Verbindung zu Jimmy steht gut. Wir bleiben!“ Sie stellte den Motor ab.
„Ist noch Kaffee da?“
„Nur Tee.“
Sie seufzte. „Klar. New England. Gib her, die Brühe.“
Stenzz
gleichnis(dort wo licht beginnt)
tor(rostig, verbeult) offen
lavendel hält welt an
ich(tor, verbeult) zu
pflücke lavendel
meer(nur gemalt)
schiffe ohne salz
robbe ohne atem
dach ohne wind
hinterm deich
atmet wirklichkeit
in wellen
(unerhört)
und ich?
stehe(wo/warum)
zähle schatten
bis ein spalt
(mehr als licht)
mich fragt
ob ich hinaus will
Aurin Azadî :mastodon:
Endlich hatten wir es geschafft. Es gab keine privaten Autos mehr. Nur noch Fahrdienste für Menschen, bei denen es nicht anders ging, und natürlich Notfall- und Handwerker-Fahrzeuge und sowas. Die Garagen verfielen oder wurden noch als Abstellkammern genutzt. Die Parkhäuser waren abgerissen worden und machten neuen Wohnhäusern Platz. Die Ruhe in den Städten ist unglaublich.
Balthasar
Die Mühle ist müde. Sie mahlte vierzig Jahre täglich Mehl, doch dieses Mal lief etwas fehl.
Normalerweise transportierten große Räder Korn für Korn das trock’ne Gut, des Mahlens Zwecke, in den Stein der Mühle. Doch heute ist die Mühle müde. Spätestens als mehr als dreizehn Dutzend Handvoll Mehl daneben flogten, meinte man, das Bauwerk eignete sich selbst bei gütiger Betrachtung niemals mehr zum Schroten.
Am nächsten Morgen warf die Mühle ihre Blätter auf den Boden…
Johnny Than
Ilse verschwand im Zeitraum des Garagenbaus. Im Dorf machte sich keiner groß Gedanken darüber. Ilse passte eh nicht zu Dieter.
Das ungewöhnliche Quietschen des Tores hörte niemand. Außer Dieter. “Diiieaater” quitschte das Tor, wenn es aufging. In einer Tonlage, die ihn an Ilse erinnerte. Er wollte nicht erinnert werden. Also Blumentopf davor, damit sie das Tor nicht immer aufspringen ließ, wenn er an ihrem Grab vorbei lief.
Deathcat2508
Nachdem ihr Opa ihr verraten hatte, dass es bei den alten Deichgaragen einen Zugang zu einer alten Bunkeranlage geben sollte, war sie nicht mehr zu bremsen. Sie schnappte sich ihre Ausrüstung, prüfte Taschenlampe und Kamera.
Auf die Frage an ihren Opa, wo denn genau der Eingang wäre, schmunzelte er und meinte nur, der Eingang wäre markiert und sie würde ihn schon finden.
Als sie die alten Garagen erreicht hatte, musste auch sie schmunzeln.
Stachelgarten
Anne und Gesa spazierten an der ersten Garage vorbei. Vor der mittleren hielten sie inne, sahen sich an und grinsten. Als sie ein lautes Schnarchen hörten, brach ein schallendes Lachen aus ihnen heraus; sie konnten es nur mit Mühe unterdrücken. Der Gedanke, wenn Mickel endlich aus dem Vollrausch erwachen und nicht mehr aus der Garage herauskommen würde, amüsierte sie. Endlich würde der alte Suffkopp einen Denkzettel erhalten. Rache ist süß!

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