Ausgerichtet von Mina

Penelope

… und das sind nur die VHS-Kassetten.
Dort links ist ein Stapel Video 2000 Kassetten, rechts ein Umzugskarton Bildplatten, diese wundervollen schallplattengroßen Laserdiscs, sieben Umzugskartons DVDs und fünf Umzugskartons BlueRays.
Ich höre ihn noch sagen “Ich weiß auch nicht, wann das aus dem Ruder gelaufen ist …”
Und auch wenn ich über seine Käufe die Augen vertrudelt habe, die Heimkinoabende vor der Parabolleinwand waren ein Traum.
R.I.P. geliebter Peter.

Devin McColey

“Voll sperrig und unhandlich der ganze Scheiß.”
“Ja, aber das ist Unabhängigkeit immer.”
“Ich rede von den VHS!”
“Ich auch.”
“Hä?”
“Ich hab mir nie darüber Gedanken gemacht wo sich welcher Film streamen lässt, ob das im Abo mit drin ist oder ob da Werbung geschaltet ist. Früher…”
“Also kurz nach der Steinzeit?”
“…da haben wir das einfach im TV aufgezeichnet und immer wieder angesehen. Ganz ohne App, Online-Gedönse und Tracking durch Streemflix.”

FlexMorkis

Eigentlich wollte ich etwas über Giga Games und Pokemon schreiben. Aber mein Kopf legt die erste Video Kassette ein und es erscheint ein Kind mit blonden Locken. Vier vielleicht fünf Jahre alt. Das Kind ist nicht ganz wie die anderen. Das Kind interessiert sich für kleine Details, für Dinge, die sonst niemand sieht. Das Kind spielt gerne mit imaginären Wesen in fantastischen Welten, die es selbst geschaffen hat. Es wird sich sich für Kunst interessieren. Gemälde von Vermeer, Musik von Beethoven, Geschichten von Edgar Allen Poe. Es träumt. „Der wird mal Fußballer“ – meint der Vater. „Er wird mal Lehramt studieren“ – meint die Mutter. Auf dem Video springen gleichzeitig vier Erwachsene um dieses Kind, reden auf es ein. Alles was das Kind sich wünscht ist Ruhe und Freiheit.
35 Jahre später sitzt das Kind vor dem Computer und überlegt ob es etwas über Pokemon oder Giga Games schreiben soll.
(Spoiler: kein Lehrer, kein Fußballer)

Cord Gudegast

»Ich öffne den nächsten Raum. Richtung 135°«, flüsterte Jimmy.
Das alte Schloss gab nach. Staubige Luft schlug ihm entgegen. Zwei Neonröhren flackerten auf und zeigten einen schmalen, keilförmigen Raum voller alter Technik. Röhrenmonitore, Videorecorder, Kartons mit VHS-Kassetten.
»Sieht aus wie eine Überwachungszentrale aus den Achtzigern«, funkte er. »Oder wie das Kinderzimmer eines sehr paranoiden Nerds. Die Kassetten sind nicht verstaubt.«


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